Das Legetor auf Postkarten (Teil I)

Die Wahl dieser Postkarte ist eine Folge der Veröffentlichung im August dieses Jahres eines sehr seltenen Bildes, das die Ecke der Straßen An der Steinschleuse und Am Leeger Tor aus dem Inneren des Leegetores zeigt. Im rechten oberen Eck sieht man die Fortsetzung der Bebauung der erwähnten Straße An der Steinschleuse.
Aber beginnen wir von Anfang an.

Das auf der Postkarte abgebildete Legetor (Feldseite) ist nichts anderes als der Blick auf das Tor von der Seite des… Feldes. Und genau von der Seite des Feldes nähert sich ein Paar, bestehend aus einem Mann mit schwarzem Hut und schwarzem Anzug und einem Kind, das aus Kontrastgründen in Weiß gekleidet ist, einem der Durchgänge. Der Mann hält die Hände auf dem Rücken verschränkt, was darauf hindeuten könnte, dass er von einem Spaziergang zurückkehrt (vielleicht mit seinem Enkel oder seiner Enkelin?…).

Auf der Fassade ist das Entstehungsjahr des Gebäudes deutlich zu sehen – es ist auf den Spitzen der vier Säulen angebracht und ergibt das Jahr 1626. In der Mitte über dem Haupteingang hängt das Wappen von Danzig, darüber der Adler mit Krone – Symbol des preußischen Staates.

Zu dem Tor führt ein Weg, der auf beiden Seiten mit einem Metallgeländer gesichert ist. Auch heute sind noch kleine Überreste dieses Geländes auf der rechten Straßenseite zu sehen. Wenn Sie nicht darauf geachtet haben – prüfen Sie es bei nächster Gelegenheit. Leider hat der Gehweg auf der linken Seite bereits eine Nachkriegsumzäunung.

Aber vor was genau sollte dieser Zaun schützen? … Vor dem tiefen Wasser in der Schlucht, die gerade an dieser Stelle unter der Brücke verlief. Man sieht es sogar im unteren rechten Eck. Davon ist ein ziemlich tiefer Graben übrig geblieben, der sich von Zeit zu Zeit noch mit wenig Wasser füllt. Dafür fällt auf der linken Seite etwas ins Auge, an das wir heute gewöhnt sind, nämlich die Treppe, die von der Bastionenkurtine nach unten führt. In der Zeit, als diese Postkarte entstand, war eine solche Lösung aufgrund des erwähnten Wassergrabens unmöglich.

Im Hintergrund sind die Gebäude hinter dem Leegetor zu sehen. Wenn wir von der linken Seite aus gehen, sehen wir die Rückseite zweier Häuser von der Straße Dolna Brama/Am Leeger Tor und dann die dekorative Verzierung der Grundschule für Mädchen. Auf der rechten Seite sehen wir Ornamente an einem Gebäude in der Straße Am Leeger Tor 9 oder 10. Und dann die mehrstöckige Wohnhausanlage in der An der Steinschleuse/Kamienna Grodza 3-4, von der am Anfang die Rede war.

Auf der Rückseite dieser Postkarte befindet sich eine kurze Beschreibung. Es wird darin erwähnt, dass das gezeigte Objekt im Jahr 1626 vom Stadtbaumeister und Architekten Hans Strackowsky, auch bekannt als Jan Strakowski (Vater), erbaut wurde.

Das Blatt selbst wurde mit der Tiefdrucktechnik Heliogravüre hergestellt. Das Foto stammte aus der Danziger Werkstatt Gottheil & Sohn. Der Herausgeber war W.F. Burau aus Danzig – Tore I.
Vielleicht erinnern sich einige daran, dass vor etwa zwei Jahren bereits ein ähnliches Bild vorgestellt wurde. Darauf war die Steinschleuse abgebildet.

Die vorgestellte Original-Postkarte nicht aus dem Umlauf stammt aus der Sammlung der Geschichtserzähler der Niederstadt in Danzig.

Autor des Artikels: Jacek Górski.
Übersetzung – Andreas Kasperski.

Możesz również polubić…

Dodaj komentarz

Twój adres e-mail nie zostanie opublikowany. Wymagane pola są oznaczone *