Das Legetor auf Postkarten (Teil II)


Es gibt weder Platz für einen Stempel noch für die Adressdaten des Empfängers. Trotzdem wurde dieser Teil der Sendung dicht mit Schreibmaschine beschrieben. Und das geschah am 2. Januar 1937 – wie man lesen kann – höchstwahrscheinlich in Zoppot (Zpt?). Und die gesamte Sache wurde dann vielleicht in einen Umschlag gesteckt und verschickt. Wohin – das werden wir wohl nie erfahren. Zusätzlich befindet sich oben links ein Stempel von Danzig mit dem Wappen und der Unterschrift Leege Tor, also genau das, was man auf der Vorderseite sieht. Und die Vorderseite, auf der das Tor gezeigt wird, sieht wie ein Foto aus. Aber es waren doch genau Fotos, die als Vorlage für ähnliche Postkarten dienten. Spricht also mehr dafür, dass es sich um eine Postkarte oder um ein Foto handelt?… Durch die Veröffentlichung in diesem Zyklus räumen wir alle Zweifel aus. Für uns ist es eine Postkarte. Und was genau ist darauf zu sehen?…

Die Aufnahmen verschiedener Orte in Danzig auf Ansichtskarten teilen sich in die offensichtlichsten und die weniger offensichtlichen. Beim Legetor standen die Fotografen meistens in der Nähe des Eingangs und blickten durch stadteinwärts. Dieses Mal ist es anders. Die fotografierende Person ist durch das Tor gegangen (oder kam sie vielleicht von Groß Walddorf) und ist an einer Stelle stehengeblieben, um neben dem Legetor auch die Umgebung zu verewigen. Wir sehen also auf beiden Seiten des genannten Gebäudes die Erdwälle, die die Kurtine der Bastionen bilden. Wir sehen das Wasser, das den Graben vor dem Tor füllt. Wir sehen die Gipfel der Häuser, die zur An der Steinschleuse (auf der rechten Seite) und zum Wallplatz (auf der linken Seite) gehören. Bitte beachten Sie, dass die Silhouette einiger von ihnen sich in der Oberfläche des erwähnten Gewässers widerspiegelt. Man sieht auch die Silhouetten mehrerer Personen, die auf der Mauer am Wasser stehen. Aber was am meisten ins Auge fällt, sind… die Metallgeländer im Vordergrund. Die Geländer, deren letzte Elemente bis heute an mehreren Stellen vor dem Legetor erhalten sind. Und sie trennten den Weg auf seiner gesamten Länge vom Ufer ab. Vielleicht endeten sie erst an der Eisenbahnbrücke, die zum Südbahnhof führt.

Die vorgestellte Original-Postkarte, die auf einer Schreibmaschine beschrieben wurde, stammt aus der Sammlung der Geschichtserzähler der Niederstadt in Danzig.

Autor des Artikels: Jacek Górski.
Übersetzung – Andreas Kasperski.

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