Denkmal für das Danziger Infanterie-Regiment Nr. 128
Die Geschichte der beiden Kasernengebäude in der Niederstadt, die bis heute erhalten geblieben sind, nämlich die ehemalige Herrengarten-Kaserne (Kaserne an der Sadowa-Straße/Reitergasse) und die Reiterkaserne (das sogenannte gelbe Gebäude der Stanisław-Moniuszko-Musikakademie in Danzig), ist eng mit der Geschichte des 128. Infanterieregiments verbunden. Zu dieser Einheit wurden Rekruten aus der Stadt und dem Landkreis Danzig (darunter auch nicht wenige Polen) eingezogen. Aus diesem Grund trug sie seit 1902 die Auszeichnung „Danziger” in ihrem Namen.
- Das Danziger Infanterieregiment Nr. 128 erhielt auch ein eigenes Denkmal.
Das kleine Denkmal wurde am Samstag, dem 7. April 1906, um 10 Uhr morgens im Innenhof der Herrengarten-Kaserne feierlich enthüllt. Das Datum war natürlich kein Zufall. Vom 6. bis 8. April dieses Jahres wurde das 25-jährige Bestehen der Einheit feierlich begangen. Die Enthüllung und anschließende offizielle Übergabe des Denkmals an die Einheit (es wurde von Mitgliedern zweier Verbände ehemaliger Soldaten des 128. Infanterieregiments finanziert: dem bereits 1887 gegründeten Berliner Verband und dem seit 1901 bestehenden Danziger Verband) war eines der wichtigsten Ereignisse der dreitägigen Feierlichkeiten.
Das Denkmal hat die Form eines Granitblocks mit einer ovalen Tafel, die mit der Skulptur eines preußischen Adlers verziert ist und auf einem kleinen Steinsockel steht, der schnell mit Efeu bewachsen war.
Die Inschrift auf der Tafel lautete:
Dem Regiment
in dankbarer Erinnerung
gewidmet
Die Kameraden
der Vereine ehemaliger 128er
Berlin-Danzig
1906
Das Denkmal blieb mindestens bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in unveränderter Form erhalten. Auch nach der Auflösung der preußischen Garnison in Danzig wurden dort Kränze niedergelegt, vor allem am Totensonntag im November, der von den Protestanten gefeiert wird, und am Heldengedenktag, der normalerweise im März stattfindet.
1945 wurden die Kasernen von Einheiten der „Volksarmee” übernommen. Das Denkmal in seiner früheren Form existierte nicht mehr, nur der Steinsockel blieb erhalten. Vieles deutet darauf hin, dass er in den Nachkriegsjahren als Sockel für ein neues Denkmal (oder eine Gedenktafel?) wiederverwendet wurde – 2008 waren bei einer Ortsbesichtigung im Hof der verlassenen Kaserne noch Elemente der ehemaligen Fahnenmasten neben dem Denkmal zu sehen.
Das erste Foto stammt aus der Veröffentlichung von Gottfried Steuer, Geschichte des Danziger Infanterie-Regiments Nr. 128, Berlin 1911, und befindet sich im Archiv des Autors. Das zweite ist eine Reproduktion einer Postkarte aus der Sammlung der Geschichtserzähler der Niederstadt in Danzig.
Autor artykułu: Jan Daniluk
Übersetzung – Andreas Kasperski.


