Ein Kännchen aus dem Unimor-Werk

Unter den Übungen, die Improvisationstechniken entwickeln, gibt es auch eine, bei der zwei völlig unvereinbare Themen ad hoc kombiniert werden müssen.

Ich habe die Sahnekännchen schon mehr als einmal erwähnt. Aber das war in einem ganz anderen Zusammenhang. Ich nenne als Beispiel diesen Artikel, diesen und vielleicht noch diesen. Was Unimor betrifft, so empfehle ich die Lektüre der Erinnerungen eines unserer Geschichtserzähler über die Arbeit bei Unimor. Und eine Zusammenfassung von 20 Jahren dieser Firma aus dem Jahr 1978.

Und die Aufgabe, die wir einem guten Improvisator hier stellen, lautet:

Beweisen Sie, dass so ein kleines Porzellankännchen und die Firma Unimor aus Danzig etwas gemeinsam haben.

Und was nun? In einem solchen Fall können Sie immer einen Geschichtserzähler-Freund anrufen und dank ihm die Geschichte des Kännchens mit dem Unimor-Logo erzählen.

Es ist klein. Seine Grundfarben werden mit Schnee und Meer assoziiert. Weiß füllt die gesamte Vorderseite aus, einschließlich der Tülle und des Ohrs. Und Blau bedeckt die Seiten des Gefäßes mit Ausnahme der beiden runden Felder in der Mitte. Eines dieser Felder ist mit kaschubischen Stickerei-Motiven gefüllt. Ich weiß nicht, ob Sie das wissen, aber es gibt 7 Farben in der kaschubischen Stickerei: 3 Arten von Blau, nämlich Hellblau wie der Himmel, Kornblumenblau wie die Seen und Marineblau wie die Tiefen der Ostsee. Es gibt auch Grün wie die Wälder voller Tiere und Gelb wie die Getreidefelder.
Die letzten beiden sind schwarz, wie die Erde auf einem kaschubischen Feld, und rot, wie das Blut, das die Kaschuben für ihre Heimat vergossen haben. Und alle diese sieben Farben sind in dieser kunstvollen Komposition zu sehen. Und was ist darauf im Einzelnen abgebildet? Eine Flamme unten links, über dem Auge eines Pfaus. Weiter hinten ist eine Tulpe zwischen zwei Kirschen platziert. Und am Ende sieht man noch den Schnurrbart und eine weitere Kirsche. Das Ganze ist mit grünen Ornamenten aus kleinen Blättern verziert.

Das Kännchen ist aus Porzellan gefertigt. Man kann es verwenden, um Milch in Kaffeetassen zu gießen, Essig über Sülze zu gießen oder Kartoffelpuffer mit süßer Sahne zu überziehen. Ich bin mir sicher, dass in vielen Haushalten ein solches Kännchen im Regal, im Küchenschrank oder in einem IKEA-Schrank steht. Aber nur wenige können sich mit einer limitierten Version davon rühmen. Limitiert deshalb, weil es die Version mit dem Unimor-Logo ist. Es ist schwer zu sagen, ob sie für alle Mitarbeiter dieser Firma erhältlich war. Oder ob es nur zu verschiedenen besonderen Anlässen herausgegeben wurde. Oder ob es Teil eines größeren Porzellanservices war, das auf Bestellung in Lubiana bei Kościerzyna (Betendt) hergestellt wurde. Denn genau dieser Herstellungsort ist durch die Punze auf der Unterseite des Tellers belegt.

Am Tag der Veröffentlichung dieses Artikels erschien auf FB ein sehr interessanter Kommentar von Herrn Slawek Radziwanowski, der es wert ist, in vollem Umfang zitiert zu werden:

Das Geschirr aus dieser Serie wurde den Frauen, die bei Unimor arbeiten, anlässlich des 8. März geschenkt. Jedes Jahr gab es ein anderes Stück. Wenn man lange genug arbeitete, konnte man ein ganzes Dessert-Set zusammenstellen. Eine tolle Idee und ein Andenken für die folgenden Jahre. Herzliche Grüße an meine Kollegen bei Unimor.

Ich danke für diese Ergänzung.

Für das Wissen über die kaschubische Stickerei danke ich Dorota Wolska.

Autor des Textes: : Jacek Górski.
Übersetzung – Andreas Kasperski.
Fotografien: Elżbieta Woroniecka.

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