Eine warme Ecke, oder wie es früher mit dem Ofen war
Danusia hat mich dazu inspiriert, über Öfen zu schreiben. Schließlich waren sie in den alten Stadtteilen von Danzig die wichtigste Heizquelle. Und so war es auch in der Niederstadt.
In unserer Dreizimmerwohnung in der Torunska-Straße gab es drei und einen in der Küche, einen Tischherd (in Polen sogenannte Westfalka). Ich erinnere mich kaum daran, wie im letzteren geheizt wurde, wahrscheinlich war ich noch zu klein… Ich weiß nur noch, dass er ein Geländer hatte, an dem man Geschirrtücher zum Trocknen aufhing. Später diente er eher als Arbeitsfläche für die Küche. Viele Jahre später sah ich ein identisches Exemplar im Freilichtmuseum in Sanok. Und dann kamen die Erinnerungen wieder hoch.
Unser Zimmer, also das von mir und meiner Schwester Krysia, war mit einem hellbeigen Herd ausgestattet. Es war mein Lieblingsplatz, um an langen Winterabenden zu lesen, zu zeichnen und zu lernen.
Ich saß auf einer von meinem Vater gebastelten Kiste, in der Spielzeug verstaut war. Mit dem Rücken lehnte ich mich an die warmen Kacheln und hatte keine Angst vor Kälte mehr. So wärmte ich mich auch nach dem Schlittenfahren oder Schlittschuhlaufen auf, wenn ich völlig durchnässt vom schmelzenden Schnee zurückkam.
Im Zimmer meiner Eltern gab es einen Herd in einer ungewöhnlichen dunklen Schokoladenfarbe. Dieser diente zum Aufwärmen beim Montags-Kino, Donnerstags-Krimi oder bei den Gutenacht-Zeichentrickfilmen.
Und hier kommen wir zum Zimmer der Oma. Hier gab es einen beigefarbenen Ofen, genau wie in unserem Zimmer, aber dieser hatte einen Backfach, in dem man zum Beispiel Schmoräpfel backen oder Brötchen knusprig rösten konnte. Dieser Ofen sollte jedoch in Zukunft einen ganz anderen Zweck erfüllen. Mein Vater hatte sich einen Kamin gewünscht… Damals war das in alten Mietshäusern etwas ungewönliches. Er demontierte den Herd und baute den Kamin selbst ein, den er selbst entworfen hatte. Das war in den frühen 1970er Jahren. Was war das für eine Freude für uns und die Freunde und Verwandten, die uns besuchten, meine Kollegen. Der Spruch meiner Großmutter
Du fliegst um die Kamine
machte Sinn. Der Kamin hat uns viele, viele Jahre gedient. Dann brauchte er schon eine ordentliche Überholung und es passierte etwas Schreckliches… als er abgebaut werden sollte, um ihn zu erneuern, erteilte der Schornsteinfeger, der zur „Beratung“ kam, keine Genehmigung mehr. Nach dem neuen Baurecht ist es nicht mehr erlaubt, einen neuen Kamin in einem Mietshaus zu errichten, und da er abgerissen worden war, gab es keine Möglichkeit, ihn wieder aufzubauen. Ich war verzweifelt, dass etwas, das mein Vater von A bis Z geschaffen hatte, unwiederbringlich verloren war. Was blieb, waren ein paar Fotos und die Erinnerung an die Wärme, die von dem brennenden Feuer im Kamin und dem Knistern der brennenden Holzstücke ausging.
Es erinnerte sich: Elżbieta Woroniecka.
Übersetzung – Andreas Kasperski.
Alle Fotos stammen aus dem Familienalbum der Autorin.
P.S. Und was meinte meine Großmutter mit diesem Herumfliegen um die Kamine… Sie meinte, dass ich meine Freunde hier und dort besuche.



