Eis mit Melodie

Es war der heiße Sommer 1999. Die Hitze brannte vom Himmel, ähnlich wie jetzt. Während eines meiner Nachmittagsspaziergänge mit dem Hund hörte ich plötzlich in der Ferne laute Musik, oder vielleicht eher eine Melodie.
Denn insgesamt wiederholten sich darin nur sieben Töne. Neugierig ging ich in Richtung der Klänge und sah in der Nähe der Szopy-Straße/Mattenbuden einen kleinen gelben Kühlwagen mit der großen rot-blauen Aufschrift „Family Frost”, der gerade in die Einfahrt eines Wohnblocks einbog. Ich ging näher heran und stellte fest, dass sich hinter dem Auto bereits eine kleine Menschenmenge (vor allem Kinder) versammelt hatte, die meist den Verkäufer um Eis baten. Dieser öffnete die Seitentür des Wagens und holte die vom Frost beschlagenen Leckereien heraus. Das Rätsel um die Melodie war gelöst. An diesem Tag kam zum ersten Mal, aber nicht zum letzten Mal für mich, ein mit Tiefkühlkost voll beladener Wagen in die Niederstadt.
Damals wurde ich noch kein Kunde von Family Frost, aber zumindest bekam ich einen Werbeprospekt. Den ersten, aber wie sich später herausstellte, nicht den letzten. Und ich lernte einen Teil der Route des gelben Lastwagens kennen, die sich später regelmäßig auf der Karte der Niederstadt wiederholte. Nachdem es die Szopy-Straße/Mattenbuden verlassen hatte, hielt das Auto an den Garagen an der Kamienna Grobla/Steindamm zwischen den Blöcken 5 und 7. Dann bog es in die Dolna-Straße/Mittelgasse ein, um an der Jaskółcza-Straße/Große Schwalbengasse vor den Häusern 10a und 10b zu halten. Manchmal hielt er auch an der Jaskółcza 5. oder sogar vor der ehemaligen Badeanstalt (Łaźnia). Er bog in die Śluza-Straße/Schleusengasse ein und fuhr an der Łąkowa/Weidengasse vorbei – in der Nähe der Hausnummern 33. und 34. Wie es weiterging, weiß ich nicht mehr. Aber vielleicht kann jemand aus der Leserschaft diese Liste der Haltestellen ergänzen. Manchmal ging ich etwas später mit dem Hund raus oder das Auto kam etwas früher, und dann spitzte ich die Ohren und suchte nach der Stelle, an der die Eisdiele auf vier Rädern gerade angehalten hatte. Da ich die einzelnen Haltestellen kannte, war das nicht allzu schwierig.
Während eines weiteren Spaziergangs am Donnerstag (ich glaube, das Auto kam regelmäßig donnerstags gegen 19:00 Uhr) kaufte ich die erste Schachtel Eis für zu Hause. Und so fing alles an. Wir waren zwei Jahre lang Stammkunden bei Family Frost. Am häufigsten kaufte ich Eis in Bechern oder Eisröllchen. Obwohl es noch viele andere Eissorten gab, die oft fast in Großhandelsmengen verkauft wurden. 6 Stück, 9 Stück, 12 Stück, 24 Stück und sogar eine Packung mit 36 Stück Eis. Ich möchte an dieser Stelle an einige Eissorten erinnern – Nussi, Kajtek, Kokosek, Topsy, Król Lew/König Löwe, Autko Family, Milk Frost, Wielkolud owocowy/Obstriese, Czekoladowy Jaś, Murzynki/Mohren, Big Sandwich, Exklusiv Bombe, Mr Frost, Cortina, Family Frost Bonito, Rossi, Cortina fruit, Kamea, Bugs Bunny, Schlümpfe, Bumer, Milenijna Szachownica und Spaghetti. Hatten Sie einen Favoriten?…
Das Sortiment an Tiefkühlprodukten umfasste jedoch auch Fertiggerichte. Als ich mir nun erneut die Werbebroschüren ansah, erinnerte ich mich an den Geschmack der Balkan-Sticks, der Putenhaxe oder der New York-Schnitzel – denn diese Produkte kaufte ich am häufigsten und sie schmeckten uns damals am besten. Manchmal kaufte ich auch Pizza, Party-Frikadellen oder Nudeln mit Fleisch oder Gemüse mit Champignons und Reis für ein schnelles Mittagessen. Vor den Feiertagen haben wir uns auch zu Teigtaschen mit Pilzen hinreißen lassen. Und ein- oder zweimal haben wir Donuts mit Hagebuttenfüllung probiert.
Neben Lebensmitteln hatte das Unternehmen auch einige Werbegeschenke im Angebot, wie eine Kühltasche, einen Eisportionierer, einen Rucksack oder CDs und Kassetten mit Märchen für Kinder. Ich habe nichts davon gekauft, aber von meinen Einkäufen ist mir noch ein Andenken geblieben – eine Plastiktüte mit einem lächelnden Auto und dem Firmenlogo.
Der Straßenverkauf fand mit Unterbrechungen von 1999 bis 2001 statt. Als ich einmal mit meinem Hund auf der Brücke der W-Z-Route/ Ost-West-Tangente stand, von der aus ich meistens auf den gelben Lieferwagen wartete, der in die Szopy-Straße abbog, hörte ich die mir bekannte Melodie nicht mehr. Family Frost kam nicht mehr in die Niederstadt. Die Lieferungen von Eisrouladen und Torten, Kohleroulade, Hamburgern, Pommes frites, Piroggen und Hähnchenfingern waren vorbei.
Denkt daran, dass dies die Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert war. In der Weidengasse gab es noch keinen Biedronka-Supermarkt und am Stadion stand noch kein Lidl.
Eine solche Lieferung fast bis vor die Haustür war damals eine große Attraktion und erleichterte die Planung und den Einkauf in unserem Stadtteil. Ganz nach dem Motto von Family Frost.
Wie kann man bei Family Frost einkaufen?
Wir kommen einmal pro Woche zur gleichen Zeit zu Ihnen.
Pünktlich. Erschwinglich. Prima.
Das letzte Mal hörte ich die vertraute Melodie, als ich einmal nach 15:00 Uhr an der Haltestelle der SKM-Bahn Sopot-Wyścigi/Zoppot Rennbahn stand. Das könnte 2008 oder 2009 gewesen sein. Und so wie heute kamen die heißen Erinnerungen zurück…
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe jetzt Lust auf etwas Kaltes.
Autor der Erinnerungen: Jacek Górski.
Übersetzung – Andreas Kasperski.
Alle präsentierten Materialien mit dem Family Frost-Logo stammen aus seinem privaten Archiv.

















