Geschichten über Kaugummis

I. Der kleine Platz an der Ecke der Straßen Łąkowa und Ułańska (Weidengasse, Ecke Reitergasse) gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Stattdessen befindet sich dort jetzt eine Straßenbahnhaltestelle.
An dieser Stelle, an der Ecke, stand früher ein Gemüseladen. Es war das Reich der Früchte und Gemüse. Aber was mich als Kind damals am meisten faszinierte, meine Begierde und Faszination weckte, waren die riesigen roten Lutscher und Kugeln, also Kaugummis in einem großen Glas. Als kleiner Junge war ich sehr neugierig, woraus Kaugummi hergestellt wird. Eines Tages fasste ich Mut und fragte den Besitzer des grünen Kiosks, woraus Kaugummi hergestellt wird. Und er antwortete mit sehr ernstem Gesicht…

– aus alten Gummistiefeln…

II. Als ich in der Grundschule Nr. 65 in der Śluza-Straße (Schleusengasse) eingeschult wurde, war Kaugummi immer noch eine große Attraktion. Die Lehrer erlaubten uns nicht, im Unterricht Kaugummi zu kauen, also klebten wir ihn unter die Bank. Die Schlaueren suchten nach dem Unterricht unter den Bänken nach Kaugummi, den die vorherigen Besitzer vergessen hatten. Niemand störte sich daran, dass jemand diesen Kaugummi zuvor im Mund gehabt hatte.
Kolorowe kredki z czasów PRL-u.Wenn der Kaugummi völlig geschmacklos war, kaute man ihn zusammen mit Graphitstücken aus einem Blei- bzw. Buntstift, um ihm noch ein wenig „Leben“ einzuhauchen. Dadurch bekam er eine lebendige Farbe. Wie groß war die Freude, wenn jemand grünen, roten oder blauen Kaugummi hatte. Ich bin überzeugt, dass viele weitere Jahrgänge der Grundschule das auch so gemacht haben wie wir. Ihr auch?…

Erinnerungen von Zbyszek Wolak.
Übersetzung – Andreas Kasperski.
Die Originalverpackung der Buntstifte stammt aus dem Archiv der Geschichtserzähler.

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