Otto Wroblewski – Orgelbauer aus der Niederstadt

Wenn man in Gedanopedia
die Liste der Vorkriegshersteller von Musikinstrumenten in der Kategorie Orgeln durchsieht, findet man an letzter Stelle den im Titel erwähnten Otto Wroblewski. Aus den dort enthaltenen Informationen geht hervor, dass

dieser Orgelbauer
seine Tätigkeit in den Jahren 1928-1939 ausübte. Im Jahr 1928 hatte das Unternehmen seinen Sitz in der Bastion Roggen 1 (ul. Reduta Żbik). In den Jahren 1935 und 1939 war die Adresse hingegen Mausegasse 1. (ul. Owsiana).

Wir werden versuchen, diese kurze Information zu ergänzen und zu erweitern. Denn unser Titelheld hatte definitiv mehr Verbindungen zur Niederstadt.

Otto Wroblewski - 1912 rok Otto Wroblewski tauchte erstmals 1912 im Adressbuch von Danzig auf. Daraus geht hervor, dass er in der Kolkowgasse 19 (heute Królikarnia) wohnte und arbeitete. Er stellte sich als Orgel- und Klavierbauer vor. Er betonte, dass er Vertreter der bekannten Orgelbaufirma Bruno Goebel aus Königsbergu war. Unter dieser Adresse war er auch in den Adressbüchern von 1913 und 1914 zu finden. Ab der Mitte der 1920er Jahre wechselte Otto noch viermal seine Arbeitsadresse.
In den Jahren 1916-1928 war die Firma unter der Adresse Langgarten 48/58 (heute Długie Ogrody) eingetragen. Anschließend ließ sie sich für einige Jahre in die Kaserne Bastion Roggen nieder. Organmistrz Otto Wroblewski - Kaserne Roggen - rok 1923 Koperta firmowaEs war bereits die Zeit der Entmilitarisierung Danzigs, daher begann dieses Gebäude an der Bastion Roggen 1/3 ebenso wie andere Militärgebäude (nicht nur in der Niederstadt) zivile Funktionen zu erfüllen. Es eignete sich hervorragend für alle Arten von gewerblichen Aktivitäten. Auf dem Firmenbriefumschlag aus dem Jahr 1923 ist zu sehen, dass Otto Wroblewski die Tatsache hervorhob, dass er in der Roggen-Kaserne tätig war. Darüber hinaus gab er bekannt, dass er sich mit dem Bau von Orgeln befasste, Klaviere verkaufte und auch eine Reparaturwerkstatt für diese Musikinstrumente betrieb.
Im Jahr 1929 wurde der Firmensitz in die Langgarter Hintergasse (Sadowa) 8 verlegt. Ab 1935 war das erwähnte Firmenschild in der Mausegasse (Owsiana) 1 zu sehen. Die letzte uns bekannte Adresse, unter der Otto Wroblewski seine Tätigkeit ausübte, war der Thornscherweg (Toruńska) 19. Diese Angaben stammen aus den Adressbüchern von 1937-1939.

Otto Wroblewski - wszystki adresyWir haben mit Gedanopedia begonnen und werden auch dort enden. Aber dieses Mal werden wir auf die Seite Musikinstrumente – Bauwesen zurückgreifen. In dieser Kategorie erscheint Otto Wroblewski mit einer ausführlicheren Biografie.

Wroblewski (Wróblewski) Otto – 21. Juli 1876 – 10. Februar 1939 Danzig
Orgelbauer, Klavierbauer
ab 1911 betrieb er eine Orgelwerkstatt sowie ein Lager für Klaviere und Harmonikas in Danzig an der Bastion Roggen (Kaserne Roggen, Reduta Miś) 1, 1913 an der Kolkowgasse 19 (ul. Królikarnia), 1929 in der Langgarter Hintergasse 8 (ul. Tylna Długoogrodowa), ab 1937 in der Hundegasse 1 (ul. Ogarna), sowie zwischen 1925 und 1930 eine Orgelwerkstatt in Lębork (Lauenburg) in der Moltkestraße 19 (al. Wolności).

Das angegebene Sterbedatum erklärt, warum wir trotz weiterer Ausgaben der Adressbücher in den Jahren 1940-1942 den genannten Organisten nicht auf ihren Seiten finden. Die Adresse in der Hundegasse/Ogarna gibt uns etwas zu denken. Es ist uns nicht gelungen, diesen Standort in den uns zur Verfügung stehenden Quellen zu bestätigen. Eine interessante Ergänzung ist hingegen das zusätzliche Atelier in Lauenburg/Lębork.

Der originale Firmenumschlag stammt aus der Sammlung der Geschichtserzähler der Niederstadt in Danzig.

Autor des Textes: Jacek Górski
Übersetzung – Andreas Kasperski.

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