Sahneeis aus der Weidengasse (Łąkowa) in der Vorkriegszeit
Es gibt keinen Sommer ohne Hitze. Die Hitze war, ist und wird sein. So ist die Natur des Sommers.
Und wie geht man mit der Hitze um? Es gab, gibt und wird verschiedene Möglichkeiten geben, dies zu meistern. Eine davon ist das Essen von Eiscreme.
Ich frage mich, wo man vor dem Krieg die Zutaten für ein gutes Eis bekommen konnte… Nun, zum Beispiel in der Niederstadt, wo unter der Adresse der ehemaligen Königlichen Gewehrfabrik in der Weidengasse (der heutigen Łąkowa Straße) 35/38 unter anderem die Firma Otto E. Weber verschiedene Eissorten herstellte und verkaufte. Weber produzierte und vertrieb verschiedene Arten von Lebensmitteln. Darunter auch das gleichnamige Speiseeis.
Im Juli 1927 erschien in der linken unteren Ecke einer bestimmten Tageszeitung eine schwarz-weiße Zeitungsanzeige, die umfassend über eben dieses Eis informierte. Genauer gesagt über das Eis der Marke „Goldener Stern”, das zu einem Preis von 12 Zloty pro Kilogramm verkauft wurde. Eismasse aus Eiern der Marke „Złota Gwiazda” – Produkt aus der Weidengasse. 35/38
Die gekaufte Masse musste zunächst in 6 Litern ungekochter Milch aufgelöst werden, dann in ein geeignetes Gerät (vielleicht nur eine kleine tragbare Gefriertruhe) gegossen werden und 15 bis 20 Minuten warten, um etwa 10 Liter reines und natürliches Sahneeis erster Güte herzustellen.
Für die Liebhaber von besonderen Geschmacksrichtungen wurden auch Eissorten wie Vanille, Schokolade, Haselnuss, Erdbeere und Himbeere angeboten. So war es möglich, bis zu sechs verschiedene Geschmacksrichtungen in einer Eisdiele anzubieten.
Interessenten konnten Proben der beworbenen Eissorte in einer Mindestgröße von 2 Kilogramm bestellen, die der Händler gegen ein angemessenes Pfand per Post an den vom Käufer angegebenen Ort liefern würde.
Nachdem der Autor diese Anzeige gelesen hatte, ging er zum Kühlschrank und holte sich ein modernes Eis am Stiel heraus. Ich frage mich, ob diejenigen, die diesen Artikel lesen, das Gleiche tun werden bzw. schon getan haben?
Guten Appetit!
Autor des Textes: Jacek Górski.
Übersetzung – Andreas Kasperski.
Quelle der Anzeige: Nasz Przegląd : organ niezależny R.5, nr 188 (10 lipca 1927) str. 1.
