Steindamm auf Postkarten (Teil I)

Wróbla/Sperlingsgasse und Łąkowa/Weidengasse; Jałmużnicza/Allmodengasse, Jaskółcza/Große Schwalbengasse und Szuwary/Schilfgasse, Kamienna Grobla/Steindamm und Szopy/Mattenbuden – drei parallele Straßenzüge, die vor dem Krieg dicht mit Häuserzeilen auf einer Seite (wenn die andere Seite Ufer der Neuen Mottlau waren) oder auf beiden Seiten (mit möglichen Ausnahmen für Industriebetriebe wie die Königliche Gewehrfabrik oder der Danziger Tabakmonopol oder öffentliche Gebäude wie die Städtische Badeanstalt oder die Bezirksschule für Jungen) bebaut waren.
Leider hat nur der erste Straßenzug seine ursprüngliche Bebauung zumindest teilweise nach dem Zweiten Weltkrieg beibehalten. Es gibt jedoch keine Spuren von Wohngebäuden in den zwei anderen Straßenzügen. Die ältesten Einwohner erinnern sich daran, dass einige dieser Gebäude noch in den 40er und 50er Jahren entlang der genannten Straßen standen. Aber sie waren völlig unbewohnbar, weil sie einfach nur zerstört, ausgebrannt und von Bomben und Artilleriebeschuss zerstört waren. Deshalb sind für uns Gechichtserzähler alle vor dem Krieg entstandenen Aufnahmen aus der Niederstadt, die genau diese Bebauung zeigen, die von den Kriegswirren nicht verschont wurde, so wertvoll. Lernen Sie eine davon kennen.
Steindamm (Kamienna Grobla) - front przedwojennej pocztówkiWir befinden uns an der Kreuzung Steindamm (Kamienna Grobla) mit Thornscherweg (Toruńska) wahrscheinlich in der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts. An der Stelle, wo es noch vor nicht allzu langer Zeit den Jordan-Spielplatz gab und jetzt ein großer Baustellenplatz für die Apartments Esencja ist, sieht man eine Reihe von Wohnhäusern, die in Richtung der heutigen Grundschule Nummer 65 verlaufen. Auf der Ecke fällt das Schild der Brennerei und Likörfabrik von Franz Gerlach auf. Dieses Gebäude gehörte zu Steindamm (Kamienna Grobla) und hatte die Hausnummer 34. Franz Gerlach selbst wird in den Adressbüchern aus dieser Zeit mit seiner Brennerei, dem Laden und der Gaststätte unter der Adresse Röpergasse (Powroźnicza) 15 aufgeführt. Könnte man nur einmal in diese Destille in der Niederstadt hineinschauen?… Auf der gleichen Straßenseite in der Ferne sind die Gebäude des Ölmühlenwerks am Steindamm 26/27 zu sehen. Auf der linken Straßenseite, also am rechten Ufer der Neuen Mottlau, sieht man, dass das Gelände als Brennstofflager genutzt wurde. Eine Ziegelmauer mit einer eisernen Eingangstür schützte den Zugang. Ein riesiges Schild diente als Werbung für den Kohlehandel und war sicherlich aus großer Entfernung zu sehen. Ein auf der Straße stehender Holzkarren wartet möglicherweise aufs Beladen. Auf einem nahegelegenen Anschlagsbrett sieht man u. a. ein Plakat des geheimnisvollen Berger.

Steindamm (Kamienna Grobla) - tył przedwojennej pocztówkiDie beschriebene Postkarte hat eine vierstellige Nummer in der rechten unteren Ecke – 3525. Und die uns aus früheren Einträgen bekannten charakteristischen Bezeichnungen in der linken unteren Ecke. Sie ermöglichen es uns, die bereits zuvor eröffnete Liste der Postkarten aus der Niederstadt und den umliegenden Gebieten mit ähnlichen Bezeichnungen um einen weiteren Punkt zu erweitern. So bezieht sich W.S. 19 (Dzg. 19) 09 auf die Schilfgasse/Szuwary, W.S. 19 (Dzg. 20) 09 auf die Sperlingsgasse/Wróbla und W.S. 19 (Dzg. 21) 09 auf die Reitergasse/Ułańska. Die Postkarte vom Steindamm/Kamienna Grobla trägt die Symbole W.S. 19 (Dzg. 17) 09. Es ist interessant, welche Straße sich hinter der fehlenden Nummer 18 verbirgt. Ist es vielleicht die Große Schwalbengasse/Jaskółcza?… Oder vielleicht der Thornscher Weg/Toruńska?… Oder die Weidengasse?….
Zusätzlich sei noch auf die Liste weiterer ähnlicher Bezeichnungen hingewiesen, die wir ebenfalls katalogisieren. W.S. 19 (Dzg. 12) 12 – St. Marienkrankenhaus, W.S. 19 (Dzg.14) 12 – Schäferei, W.S. 19 (Dzg. 18) 12 – Weißer Turm.

Die vorgestellte Original-Postkarte nicht aus dem Umlauf stammt aus der Sammlung der Geschichtserzähler der Niederstadt in Danzig.

Autor des Artikels: Jacek Górski.
Übersetzung – Andreas Kasperski.

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