Wiebenkaserne auf Postkarten (Teil I)
Wir haben die Kasernen in der Niederstadt bereits dreimal auf Postkarten gezeigt. Begonnen haben wir im Dezember 2015 mit denjenigen, die mit den heutigen Gebäuden in keiner Weise mehr zu vergleichen sind, weil sie die Kriegswirren nicht überlebt haben. An ihrer Stelle steht nun ein LPP-Bürogebäude. Etwa drei Jahre später folgten die gelben Backsteinbauten, in denen heute die Musikhochschule untergebracht ist. Und im Mai 2020 die roten Backsteinbauten, die auf bessere Zeiten und eine Änderung ihres Schicksals warten. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass es in der Nähe der Niederstadt (in der Nähe des Wallplatz) immer noch historische Gebäude gibt, die ursprünglich als Kasernen dienten – wissen Sie, wo sie stehen…?
Und auch die Żabi Kruk Straße (Poggenpfuhl) war nur einmal in dieser Postkartenecke zu sehen. Und außerdem haben wir damals nur über den Teil auf der anderen Seite der Torunska-Straße gesprochen, der in Richtung der Kirche St. Petri und Pauli verläuft.
Was haben die eingangs erwähnte Kaserne und die oben erwähnte Żabi Kruk Straße, aber auf der anderen Seite, gemeinsam? Der gemeinsame Nenner ist zum Beispiel eine Postkarte aus der Wende zum 20. Jahrhundert, die genau die Ostwand der Gebäude der Wiebenkaserne entlang der Żabi Kruk Straße zeigt.
Der Fotograf hatte damals eine sehr leichte Aufgabe, denn als er die Toruńska-Straße hinunterging, blieb er wahrscheinlich auf der Aschbrücke stehen, die die beiden Ufer der Alten Mottlau verbindet, und konnte ohne große Mühe die riesige Silhouette der Kaserne ausmachen, die nur von einer Reihe niedriger Bäume verdeckt wurde.
Wenn er das gleiche Foto beispielsweise im Jahr 2022 hätte machen wollen, wäre er durch die riesigen Wohnblöcke behindert worden, die nach dem Krieg an der Stelle des auf der Postkarte sichtbaren Baumbestands errichtet wurden. Mehr noch – er hätte leider auch nicht mehr das Foto des Trumpfturmes gemacht, der im oberen linken Teil der Postkarte zu sehen ist. Ja, ja – das hohe Gebäude mit dem charakteristischen schrägen Dach, das über die runde Südwand des Turms hinausragt und so eine markante Steilwand bildet – das ist die heutige so genannte permanente Ruine, die auf polnisch Baszta pod Zrębem heisst, von der nur noch traurige Reste übrig sind.
Aber gehen wir in der Zeit um diese 115-120 Jahre zurück. Dies ist wahrscheinlich eine der besten, wenn nicht sogar die beste Aufnahme der Kaserne in der Alten Vorstadt von der Seite dieser längeren Mauer aus. Aus dieser Perspektive kann man sehr gut erkennen, was für ein gewaltiger Kasernenkomplex in diesem Teil von Danzig geplant und gebaut wurde. Entlang der gesamten Mauer (näher am Ufer der Mottlau) wurden etwa 30 oder sogar 40 Laubbäume in zwei Reihen gepflanzt, was insgesamt eine Reihe von 60-80 Baumwächtern der grünen Ordnung ergibt. Am besagten Ufer sind mehrere Stufen zum Wasser hinunter und vielleicht einige Holzpfeiler zu sehen.
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Auf der anderen Seite, zwischen der Mauer mit den erwähnten Bäumen und dem vage erkennbaren Holzzaun, der entlang der erwähnten Straße Żabi Kruk errichtet wurde, befindet sich eine ausgedehnte ebene Fläche, die seinerzeit ein hervorragender Ort war, um den Drill und die Fitness der Soldaten zu üben.

Schließlich ist noch das charakteristische freistehende Gebäude zu erwähnen, das die Żabi Kruk Straße von der Seite des Wallplatzes/Plac Wałowy aus abschließt. In diesem Fall hat sich nichts geändert. Das Wohnhaus steht nach wie vor an der gleichen Stelle, und nur wenige wissen, dass es einst den Sitz des Festungsamtes beherbergte.
Die Herausgeberin der Postkarte war Clara Bernthal aus Danzig. Dieses Exemplar hat keine Nummern oder Buchstabenmarkierungen. Ein ähnliches Exemplar ist uns zuletzt bei der Beschreibung dieser Postkarte im Juni 1921 begegnet.. 
Wir haben bereits ähnliche Mängel bei der näheren Betrachtung dieser, dieser, dieser und dieser Postkarte festgestellt. Andererseits gibt es in der Sammlung der Geschichtserzähler Kopien von Postkarten, die mit dem oben genannten Namen signiert sind und auf denen die entsprechenden Markierungen erscheinen – z.B. diese Karte trägt die Nummer 18494, diese – 35611, und diese – A 48281.
Die hier vorgestellte Originalpostkarte (nicht im Umlauf) stammt aus der Sammlung der Geschichtserzähler der Niederstadt in Danzig.
Autor des Artikels: Jacek Górski.
Übersetzung – Andreas Kasperski.
